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	<title>kyoto-protokoll</title>
	<link>http://sasameyuki.blogg.com</link>
	<description>One Year in Kyôto</description>
	<pubDate>Wed, 07 Mar 2007 09:46:27 +0000</pubDate>
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	<language>en</language>
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		<title>Shizuoka no Shûmatsu</title>
		<link>http://sasameyuki.blogg.com/2007/03/07/shizuoka-no-shumatsu/</link>
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		<pubDate>Wed, 07 Mar 2007 09:45:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sasameyuki</dc:creator>
		
	<category>Reiseberichte</category>
	<category>Himmelhochjauchzend</category>
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		<description><![CDATA[Wie gesagt bin ich letztes Wochenende endlich nach Shizuoka gedüst, um Gudrun und die anderen Bonner zu besuchen. Shizuoka hat sich voll zum Pilgerziel für uns Kyotoer entwickelt, da wir eben alle unsere Leute da besuchen wollen. Ist trotzdem ganz lustig in der Diskussion. Wo willst Du noch hin? Tokyo? Nara? Ise? Ach was, ICH [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie gesagt bin ich letztes Wochenende endlich nach Shizuoka gedüst, um Gudrun und die anderen Bonner zu besuchen. Shizuoka hat sich voll zum Pilgerziel für uns Kyotoer entwickelt, da wir eben alle unsere Leute da besuchen wollen. Ist trotzdem ganz lustig in der Diskussion. Wo willst Du noch hin? Tokyo? Nara? Ise? Ach was, ICH will erst mal nach Shizuoka!</p>
<p>Anreise war problemlos. Japan ist mit einem ganz gut ausgebauten Netz on Highway Buslinien ausgestattet, die einen über Nacht ans Ziel bringen. Also bin ich letzten Montag zum Bahnhof gefahren, um die Karte zu kaufen. Diese Gelegenheit habe ich dann auch direkt genutzt (bin da nicht oft weil weit) um mich bei Subway mit meinem geliebten Chicken Teriyaki voll zu stopfen, das ich jetzt schon 5 Monate vermisse. Erschreckender Weise gibt es ja in Kyoto nur einen einzigen Subway, was für uns verwöhnte Bonner (wir haben drei!) ein echter Schock ist.</p>
<p>Interessanter Weise sind die Zutaten hier anders, primär fetter. Außerdem gibt es extra Sachen wie Tamago (Rührei-mix, IMHO bäh) und Shrimps (IMHO auch bäh). Aber dafür gibt es KEINE COOKIES! Keine Cookies!!! Welchen Sinn hat da das Leben noch?</p>
<p>Trotzdem kam in dieser japanischen Filiale einer amerikanischen Fast Food Kette doch ordentlich Heimatgefühl auf, schrecklich wie manipulierbar man da ist. Aber es hingen sogar die gleichen Bilder da wie in meiner Standartfiliale!</p>
<p>Jedenfalls konnte ich mir dann gesättigt die Bustickets kaufen, was problemlos war und mich hin und zurück 10,000 Yen (65 Euro) gekostet hat.</p>
<p>Donnerstagabend ging es dann los, nachdem ich mich mit Schwimmen und Sauna schön müde gemacht hatte. Habe festgestellt, dass auch japanische Bahnhofspenner mich gerne zutexten und genauso riechen wie deutsche, obwohl sie doch vermutlich billig-Sake saufen anstatt billig-Bier. Dafür hab ich mich hier weniger unwohl fühlen müssen, weil ich den Typen echt nicht verstanden habe, worauf er nach einigen Minuten des Murmelns und Sabberns auch abgezogen ist und ich mich in den Bus flüchten konnte.</p>
<p>Ich saß im Erdgeschoss des Busses, wie ich später feststellte, im Frauenabteil. Der Bus war so echt nett, die Sitze sind weit nach hinten klappbar, es gibt Fußstützen, eine Decke und Pantoffeln.</p>
<p>Ich kann ja leider außerhalb von Betten nur ganz schlecht schlafen (Gruß an Kenji!) außerdem bin ich für dieses Land einfach zu groß. Das zeigte sich vor allem in der Bustoilette, wo ich meine Beine schon arg nach unten krümmen musste, um nur ansatzweise sitzen zu können.</p>
<p>Außerdem hat mich diese Toilette in die erste echte Verständnis-Krise seit meiner Ankunft gestürzt, da es da zwei Knöpfe gab. Nach sorgfältiger Suche nach anderen Abzieh-Möglichkeiten (das ist in Japan gern mal was fies) musste ich mich der Tatsache stellen, dass ich nun wohl einen dieser Knöpfe würde drücken müssen. Leider war der eine gar nicht beschriftet, die Beschriftung des anderen habe ich nicht verstanden.</p>
<p>Ja. Da stand ich nun völlig verrenkt (die Decke war einfach 10 cm zu niedrig) und unglücklich da, und versuchte das Problem mit Logik zu lösen. Wir hatten also Knopf No. 1, der sich am nächsten zur Toilette befand. Die Aufschrift teilte mir mit, dass ich im Falle x bitte diesen Knopf drücken sollte, nur leider konnte ich Falle x leider nicht lesen, nur das Kanji für Schnell erkannte ich. Notfall oder Abzug?</p>
<p>Knopf No. 2 war ja wie gesagt schüchtern und verriet mir nicht über sich, war zudem in der Ecke neben der Tür. Dafür war Knopf No. 1 rot, während Knopf No. 2 in freundlichem gelb daherkam, was auch schlussendlich den Ausschlag für ihn gab. Ich drücke also ängstlich, und&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230; es war richtig!!! <strong>Puh</strong></p>
<p>Mit einer Viertelstunde Verfrühung (Japan halt!) kamen wir dann in Shizuoka an, wo ich von Gudrun eingesammelt und zum Wohnheim geleitet wurde. Erster Eindruck von Shizuoka: Vieeeeeel schönere Kanaldeckel! Ansonsten nicht viel anders als „zuhause“, nur eben etwas kleiner.</p>
<p>Freitag war ich dann doch noch sehr müde, deswegen haben wir nicht viel gemacht, sind nur was rumgelaufen, haben wieder bei Subway gegessen (Das Roastbeef ist hier echt fett, meine Güte!) und die dortigen Import-Länden abgeklappert auf der Suche nach meinen Lieblingsschokoladen.</p>
<p>Später haben wir dann im Wohnheim gekocht und einen Film geschaut. Natürlich war der Film unterbrochen von unzähligen „Ach, DAS muss ich Dir noch unbedingt erzählen!“, sodass dafür locker der ganze Abend draufging.</p>
<p>Samstagmorgen sind wir (nachdem wir uns zum Aufstehen durchgerungen hatten <img src='http://sasameyuki.blogg.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> ) dann ins Shizuoka Wissenschafts-Kindermuseum gegangen, was einfach nur total geil war!</p>
<p>Gut, wir sind zwar schön länger keine Kinder mehr aber&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;. egal. ^^</p>
<p>So konnte man durch Dunkellabyrinthe kriechen, während die Leute draußen lästern können, wie blöd man dabei ausschaut, mit beweglichen Ventilatoren Styroporbälle durch die Luft fliegen lassen, Richtmikrophone testen, virtualreality Spiele spielen, eine Stein-auf-Wasser-hüpf-Maschine bedienen und noch viel mehr.</p>
<p>Mein Highlight war es, in einem riesigen Hamsterrad zu rennen, um Strom zu produzieren, wobei ich als eine der wenigen genug Strom gemacht habe, um ein Foto von mir machen zu lassen, dass ich dann als Andenken mit dem Spruch „Geschafft! Du konntest ganz toll viel Strom produzieren!“ übbereicht bekam. Ich fand, dafür hat sich die ganze Quälerei im Fitnessstudion gelohnt, auch wenn Gudrun sehr zu recht meinte, ich sähe auf dem Bild aus als würde ich kotzen. <img src='http://sasameyuki.blogg.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Das hätte ich auch später fast, als ich mich in ein Ding begab, dass sich mit mir ganz schnell drehte, worauf ich erst mal einige Minuten völlig kirre war. Trotzdem toll. Ähnlich war eine Aufgabe, wo wir einen Helm aufgesetzt bekamen, mit dem man alles verkehrt herum sah, worauf wir dann verschiedene Aufgaben erfüllen mussten. Ist doch erstaunlich, wie schwer das ist, wenn die Welt plötzlich Kopf steht&#8230;</p>
<p>Dann sind wir ins Wohnheim zurück, wo Christian schon auf uns wartete, der ja letztes Jahr in Shizuoka war und jetzt hier seine Freundin besucht.</p>
<p>Da dies erst unser 3 Treffen in 1,5 Jahren war, gab es natürlich ein großes Hallo und in den nächsten Stunden viel zu erzählen. Zudem Gudrun &amp; ich völlig begeistert von der neuen Mecklenburg-Vorpommern-2-Euro-Münze waren, die Christian uns unter die staunenden Augen hielt, aber er hat sie uns nicht geschenkt, der Blödian. <img src='http://sasameyuki.blogg.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Jedenfalls beschlossen wir, unser Treffen am Abend fortzusetzen, nachdem Christian und ich uns was ausgeruht hatten. Christian, weil er Jetlag hatte und ich&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;. weil ich halt schwächlich bin. *Rolleyes*</p>
<p>Jedenfalls verbrachten wir dann einen extrem japanischen Abend zusammen, indem wir zuerst in eine Spielhalle ingen, wo Christian seine Meisterschaft im Kuscheltiere-für-die-Freundin-aus-Automaten-angeln bewies, ich hab immerhin in Tekken 5 einer Menge Leute fiese Schmerzen beschert. (Wobei einer meiner Gegner bei exakter Betrachtung ein Känguru war)</p>
<p>Sehr lustig, hat mich nur ne Menge Kohle gekostet, ich hab mich bei so was ja schlecht unter Kontrolle&#8230;.. ^^</p>
<p>Dann haben wir noch sogenannte <em>Purikura</em> (jap. Wortgemisch für <em>printo kurabu</em> = print club) Bildchen gemacht. Dabei zwängt man sich in eine Kabine, macht möglichst abartige Grimassen oder sonstige lustige Aktionen und bekommt dann Bilder, die so derbe weichgezeichnet sind, dass echt jeder gut aussieht, und die man dann noch mit unendlichen Bildchen am Computer verschönern kann, bevor man sie dann als Andenken ausdrucken kann. Eigentlich echt nett, selbst mich Fotoscheue hat es begeistert.</p>
<p>Danach sind wir dann noch in eine japanische Kneipe (<em>Izakaya</em>) gegangen, wo es für 2000 Yen (ca 13 Euro) einerseits <em>nomihodai </em>(all you can drink) gab und pro Person noch 3 kleine Gerichte. Da ich ja nicht trinke, hat mir das nomihodai nicht so viel gebracht, dafür war das Essen klasse. Jeder bekommt eine kleine Schüssel, die Gerichte werden dann in die Mitte gestellt und geteilt. Da wir zu sechst waren und damit 18 Gerichte bestellen konnten, gab es also: Pommes, 3 Sorten Fisch, 2 Sorten yakitori, Nudelsuppe, frittierte Schrimps, Salat, irgendwelches sehr leckeres vegetarisches Zeug aus Korea, Knoblauchpizza mit unendlich viel Käse, und noch irgendwas, das ich vergessen habe. ^^</p>
<p>Die anderen haben sich am Pflauben- und Pfirsichwein gütlich getan, ich hab mich zumindest vollgefressen.</p>
<p>Dann mussten wir uns leider von Christian schon wieder verabschieden und sind ins Wohnheim zurückgewankt.</p>
<p>Nachdem Gudrun ihren Wecker am nächsten morgen mehrfach beherzt ausgehauen hatte, haben wir uns dann doch aus den Federn gequält und uns auf nach Nihondaira gemacht.</p>
<p>Das ist ein Aussichtpunkt oben auf einem Berg, von wo man die Städte Shizuoka und Shimizu, sowie das meer und den Fuji sehen kann. Letzteres müsste eher „könnte“ heissen, da sich Fuji-san das ganze WE vor mir hinter einer Wand aus Diesigkeit versteckt hat.</p>
<p>Man kann eben nicht alles haben, und ich will da im Sommer eh rauf, denn ja, DAS SIND WIR MILA UND TSUTOMU SCHULDIG!!!</p>
<p>Insgesamt war aber tolles Wetter und die Aussicht einfach berauschend, vor allem von einem Punkt aus, den man mit einer (leider recht teuren) Seilbahn erreichen kann, was sich aber definitiv lohnt.</p>
<p>Leider war mir anfangs recht schlecht, da wir da erst mal mit dem Bus lange hoch kurven mussten, was mein Magen blöd fand. Natürlich gab es dann da oben nichts zu essen, zumindest nichts bezahlbares, sodass ich mich wie immer mit Macadamianüssen aufpäppeln musste.</p>
<p>Nach einigen Stunden sind wir dann zurückgefahren, ich hab im Bus gepennt und Gudrun anschließend zu einer weiteren Runde Subway überredet. <img src='http://sasameyuki.blogg.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Bei der Rückkehr ins Wohnheim war Anna auch wieder aus Kyoto (wir hatten quasi getauscht) zurück, also großes Hallo zweiter Teil.</p>
<p>Wir haben dann noch in der Küche gegessen und geratscht, wobei ich Anna sowohl Nudeln als auch heimat-schockie abluchsen konnte, vielen Dank noch mal! <img src='http://sasameyuki.blogg.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Leider ging mein  Bus zurück schon um 10, und wir mussten noch hinlatschen, so war das alles natürlich viel zu kurz.</p>
<p>Dann gab es also großes Verabschieden, was weniger Spass macht als großes Hallo&#8230;</p>
<p>Habe auf der Rückfahrt an exakt dem gleichen Platz gesessen und wurde wieder problemlos nach Kyoto zurückgekarrt, wo ich um schreckliche 4:50 morgens ankam.</p>
<p>Es war also ein rundum toller Ausflug und ich freue mich schon auf’s nächste Mal!!!!
</p>
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		<title>Aktualisiert!</title>
		<link>http://sasameyuki.blogg.com/2007/03/05/aktualisiert/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Mar 2007 15:27:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sasameyuki</dc:creator>
		
	<category>Uncategorized</category>
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		<description><![CDATA[Nachdem sich die Beschwerden über meine Schreibfaulheit häufen, gelobe ich hiermit öffentlich Besserung und nehme mir ganz fest vor, diese Woche (!) mehrere Beiträge zu schreiben.   
Es tut mir auch selbst leid, dass ich keine Zeit zum Schreiben gefunden habe, denn natürlich ist soooo viel passiert!
Ich habe viele Reports schreiben müssen, was mein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem sich die Beschwerden über meine Schreibfaulheit häufen, gelobe ich hiermit öffentlich Besserung und nehme mir ganz fest vor, diese Woche (!) mehrere Beiträge zu schreiben.  <img src='http://sasameyuki.blogg.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Es tut mir auch selbst leid, dass ich keine Zeit zum Schreiben gefunden habe, denn natürlich ist soooo viel passiert!</p>
<p>Ich habe viele Reports schreiben müssen, was mein Englisch sicher verbessert hat, was allerdings nicht wirklich der Sinn der Sache ist, aber na ja&#8230;</p>
<p>An meinem Geburtstag (bzw. zu meiner Feier) bekam ich lieben Besuch von Gudrun aus Shizuoka, den ich dieses Wochenende dann auch endlich erwidern konnte.</p>
<p>Dann haben wir alle hier natürlich ein wenig Weihnachten gefeiert, wobei familienlos die rechte Stimmung nicht wirklich aufkommen wollte, allerdings hat man hier doch so wenig vom „echten“ deutschen Weihnachten mitbekommen, das man es weniger vermisst hat.</p>
<p>Nach den Winterferien, wo ich brav auch recht viel besichtigt habe, ging es dann schon wieder ans Report-schreiben und schon war das erste Semester auch schon rum.</p>
<p>Dann bin ich noch einem japanischen Fitnessclub beigetreten und mache nun ganz viel Yoga, gehe Schwimmen und in die Sauna, wobei sich bei allem lustige kulturelle Unterschiede zeigen, denen ich definitiv einen eigenen Post widmen muss.</p>
<p>Was ich aber in gewisser Weise am überraschernsten und schönsten finde, ist, dass mein Leben hier wirklich Alltag geworden ist. Das mag jetzt komisch klingen, da Alltag immer grau, fad und langweilig klingt, aber ich finde es einfach toll, wie leicht es doch ist, sich hier einzufügen. Man hört ja da immer gegenteiliges über Japan, aber das kann ich irgendwie nicht bestätigen. Ich habe mich hier irgendwie gut eingefügt und zu vielen Menschen meinen Alltags eine nette Beziehung aufgebaut.</p>
<p>Inzwischen wissen Verkäufer über ganz Kyoto hinweg, dass ich für meine paar Einkäufe wirklich, ehrlich und nie eine Tüte will, wobei sich nur das liebe Ehepaar, das den Daily-Supermarkt um die Ecke betreibt (und mich auch regelmäßig fragt, wie es mir geht und ob mein Japanisch schon toll geworden ist), durchringen konnte, die Frage nach der Tüte auch wirklich einzustellen, während der Rest mich einfach ein bisschen weniger energetisch fragt, um zu zeigen, dass sie die Antwort schon kennen.</p>
<p>Dann gibt es natürlich noch die Engel von der Boulangerie Friandise, Quell der Freude für uns Marikouji-Girls. Diese Bäckerei wird von adretten Japanerinnen (allerdings haben sie seit neustem auch einen männlichen Azubi <img src='http://sasameyuki.blogg.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> ) betrieben, die alle so unheimlich süß, nett und fröhlich sind, dass allein das schon ein Grund wäre, da immer hinzugehen. Aber dann haben sie auch noch absolut herrliche Teilchen und sind zudem tief begeistert von uns Ausländern. Sie haben uns alle sogar mal zu einem ihrer internern Tischtennis- und Picknickparties eingeladen, was super toll gewesen sein muss. Hat man mir gesagt, ich war nicht da, da ich Bronchitis hatte und traurig und hustend im Bett lag.</p>
<p>Aber die Beziehung zu unseren Engeln lässt sich allein daran ablesen, dass ich eben während dieser Krankheit, Annette mal bat, mir etwas mitzubringen, und durch die Bitte „Sag einfach, es ist für mich!“ exakt meine Lieblingsteilchen ans Bett geliefert bekam, inklusive einer Welle von besorgten Nachfragen ob meines Gesundheitszustandes.</p>
<p>Inzwischen bin ich aber wieder gesund, was wohl auch an den japanischen  Hustenmitteln lag, die ich problemlos und Rezept- sowie Beipackzettellos (!) in der Apotheke bekam, mich aber erst mal 2 Tage völlig außer Gefecht setzten, da sie hauptsächlich aus Hydrocodon und Methylephedrin bestanden, zwei Stoffen, die im deutschen Web primär bei drogen-forum.de und diversen Seiten, die sich mit den deutschen Dopingbestimmungen befassen, besprochen werden&#8230;&#8230; (Ja, ich google ALLE meine Medikamente, ich bin bekennender Hypochonder aus Leidenschaft!)</p>
<p>Es geht mir hier also weiterhin prima, auch wenn ich heute einen harten Kulturschock erlitten habe, der sich aber irritierender Weise auf meine eigene Kultur bezog, aber dazu bald mehr&#8230;. <img src='http://sasameyuki.blogg.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />
</p>
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		<title>Ausflug nach Himeji und Kotohira</title>
		<link>http://sasameyuki.blogg.com/2006/11/28/ausflug-nach-himeji-und-kotohira/</link>
		<comments>http://sasameyuki.blogg.com/2006/11/28/ausflug-nach-himeji-und-kotohira/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 28 Nov 2006 02:43:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sasameyuki</dc:creator>
		
	<category>Reiseberichte</category>
	<category>Himmelhochjauchzend</category>
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		<description><![CDATA[Manchmal gibt es Tage, die sind toll. Wesentlich öfter gibt es Tage, die sind scheiße. Und ganz selten gibt es Tage, die so toll sind, dass sie toll bleiben, auch wenn ne Menge passiert, dass jeden normalen Tag gründlichst verderben würde.
Freitag und Samstag fielen definitiv in die letzte Kategorie. Da habe ich, oder besser fast [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal gibt es Tage, die sind toll. Wesentlich öfter gibt es Tage, die sind scheiße. Und ganz selten gibt es Tage, die so toll sind, dass sie toll bleiben, auch wenn ne Menge passiert, dass jeden normalen Tag gründlichst verderben würde.<br />
Freitag und Samstag fielen definitiv in die letzte Kategorie. Da habe ich, oder besser fast alle Studenten von KUINEP (plus Margi, einer super lieben general-exchange Studentin aus den USA) einen Ausflug gemacht, der von unserer Uni organisiert und bezahlt wurde.<br />
Los ging es am Freitag morgen um 7:50 und da ich erst um 7:00 aufgewacht bin, war das ja schon ein wenig stressig, zumal ich noch aufräumen musste, da mal wieder jemand in mein Zimmer wollte, diesmal die Inet Firma. Außerdem war bei meinem linken Dr. Martens Stiefel der Reißverschluss kaputt und so musste ich den Stiefel kunstvoll mit den Schnürsenkeln an meinem Bein festbinden, was meine Laune nicht verbessert hat.<br />
Versorgt mit Macadamianuss in Schokolade Packung Eins kam ich dann doch noch pünktlich zum Treffpunkt und erhielt direkt den Verlaufsplan inklusive der Zimmerliste. Denn man hatte uns selbstverständlich nicht die Entscheidung überlassen, mit wem wir uns ein Zimmer teilen wollen, sondern einfach die Namensliste nach Ländern alphabetisch sortiert und dann die Zimmer zugeteilt. So landete ich in einem rein deutschen Mädchenzimmer mit Regina, Désirée und Annette, die ich zwar alle sehr mag, aber mit denen ich natürlich allen schon recht viel geredet habe, was ich von so manch anderem nicht sagen kann. Wenn schon Zuteilung, hätte ich nach Namen besser gefunden, vielleicht hätten sich da ganz neue Freundschaften ergeben.<br />
Jedenfalls hieß es dann erst mal 2,5 Stunden Busfahrt, wo auch direkt Maleur Nr. 2 geschah. Ich wollte noch etwas schlafen und nahm drum meine Brille ab und zack! hatte ich zwei Teile in der Hand, denn eine Schraube hatte sich und damit ein Glas vom Nasensteg gelöst. Trotz intensiver Suche von Margi und mir blieb die winzige Schraube verschollen und ich aufgeschmissen. Zwar konnte ich die Brille noch ineinander stecken, aber bei jedem Auf- und Absetzen zerfiel die ganze Geschichte wieder, und da mein Hauptanliegen bei den Besichtigungen ja das Fotografieren war, bedeutete das eine Menge Auf- und Absetzen&#8230;.<br />
Gegen Mittag kamen wir dann bei der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Himeji-j%C5%8D">Festung Himeji</a> an, die zu den schönsten Bauwerken Japans zählt, komplett aus Holz besteht und trotzdem als uneinnehmbar gilt.<br />
Dort erwartete uns eine englischsprachige Führung, die wohl sehr gut gewesen ist, leider habe ich davon recht wenig mitbekommen, da ich damit beschäftigt war, die Burg aus jedem erdenklichen Winkel zu fotografieren, mit roten Bäumen, grünen Bäumen, Kirschblüten, nur mit Himmel, hier ein Detail, da ein Panoramablick&#8230;<br />
Gut, während einem Foto musste ich meine Kamera von meinem wunderbaren Stativ nehmen und unbemerkt fiel es um und zack! brachen wichtige Teile. Wie gesagt, war eigentlich einfach nicht mein Tag.<br />
Finde aber, es hat sich gelohnt, und die Geschichte der Burg lese ich dann irgendwann mal&#8230;  * hüstel*<br />
Danach gab es Mittagessen in einer Raststätte, wo ich mich für Curryreis und Macadamianuss Packung 2 entschied. Nach einer weiteren Stunde (oder so&#8230;) erreichten und überfuhren wir dann die „Große Naruto-Brücke“, die ihrem Namen alle Ehre macht und weitere tolle Motive bot. Dies fand auch ein japanische Brautpaar, die vor dieser Kulisse posierten, was Wakabayashi-sensei und ich fasziniert vom Inneren des Brückenmuseums beobachteten, da das Kleid der Braut wirklich bemerkenswert hässlich war. Leider mussten wir dann los, und erreichten kurze Zeit später unser Hotel im Ort Kotohira, ein traditionelles japanisches Ryokan, mit Tatamiräumen und Futons.<br />
Hier folgt ein dickes Lob auf unsere Betreuer, denen ich von meiner kaputten Brille erzählt hatte, worauf sie sofort im Hotel angerufen haben, das Hotel einen Optiker rausgesucht und angerufen hat, meine Dozenten zurückgerufen hat, die mir das mitteilten und mich direkt nach unserer Ankunft zum selbigen Optiker begleitet haben. Das ist mal Service.<br />
Brille wurde also professionell in langwieriger Arbeit repariert, da keine passende Schraube gefunden wurde. 2 Stunden später war sie wieder hin, aber Milo hat sie mit ihrem Taschenmesserschraubenzieher repariert, seitdem hält sie. Seltsam, aber toll.<br />
Das Abendessen war dann auch sehr japanisch, denn jeder bekam in einem riesigen Raum einen eigenen kleinen Tisch zum davor Niederknien, mit allerlei darauf und einiges wurde sogar live auf dem Tisch gekocht. Leider schmeckte wirklich alles davon nach Fisch oder war sonst irgendwie nicht mein Fall, sodass ich mich mit den dicken Nudel, japanisch Udon, begnügt habe. Als die Anderen aber später loszogen um sich Alkohol zu kaufen, bin ich mitgekommen und erstand Wasser und Macadamianuss Packung Nr. 3. Nein, ich habe kein Suchtproblem.<br />
Nach dem Abendessen habe ich mit einigen anderen Mädels die Gelegenheit wahrgenommen, das hoteleigene traditionelle Bad auf dem Dach zu nutzen, wo man dann nackt in der Gruppe reinhüpft, unterm Sternenhimmel mit Blick auf die nächtliche Stadt. Ersteres war leicht gewöhnungsbedürftig, aber insgesamt war es toll und ein echtes Erlebnis. Und gemeinsam nackt leiden (das Wasser war ja SO heiß), schweißt einen irgendwie zusammen&#8230; <img src='http://sasameyuki.blogg.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /><br />
Nach einer kurzen Nacht, bei der mir mein Rücken das Schlafen auf dem Boden sehr übel genommen hat, hieß es dann grausam früh aufstehen, denn um 7:30 gab es schon Frühstück, und wenn 4 Mädels sich ein Bad teilen müssen&#8230;.<br />
Beim Frühstück erwarteten mich dann weitere Dinge, die ich bei aller Liebe zu Japan einfach nicht mochte, sodass ich mich mit 2 Schüsseln Reis begnügen musste. (Hatte aber noch Macadamianüsse übrig&#8230;..)<br />
Um 9:00 begann dann der Aufstieg, denn <a title="bis zum final zu besichtigenden Tempel" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kotohira-g%C5%AB">bis zum final zu besichtigenden Tempel</a> hieß es einen Berg via 1368 Stufen zu erklimmen. Ja, da war ich dann zwischenzeitlich richtig schön fertig, hab aber noch viel mehr Fotos gemacht. Und als wir dann endlich, endlich oben waren, war der Blick schon extrem toll.<br />
Leider musste man dann auch wieder runter und als auch das geschafft war, erwartete uns ein Besuch der Udon-Schule, wo wir dann selber Nudeln gemacht haben, was sehr lustig war. Außerdem konnte man sich schon die ganze Zeit darauf freuen, die dann nachher auch zu essen. So erstürmten wir dann freudig den Speisesaal, wo unsere Nudeln auf uns warten sollten. Das taten sie auch, nur waren sie &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.. kalt. Und ich meine hier nicht kalt im sinne von „nicht warm sondern Zimmertemperatur“, sondern KALT. In Eiswasser eingelegt kalt. Und das auch noch mit kalten pürierten Zwiebeln dazu..<br />
Philipp machte nach längerem lustlosen Stochern seinem Status als angehender Jurist alle Ehre und fasste unsere Lage präzise zusammen: „Man, wasn das fürn Scheiß? Ich will Krustenbraten mit Spätzle!!!“ Daraufhin versackten wir in Träumereien von der deutschen Küche, denn auch wenn ich keine Probleme habe, mich hier zu versorgen, so langsam möchte man doch mal wieder was ordentliches&#8230; Ich meine, mein Highlight ist mal Reis mit fettloser Sauce und ein bisschen gebratenem Hühnchen (von der Schokolade mal abgesehen), da träumt man schon mal von den berühmten Kartoffeln mit Sauce&#8230; und Fleisch&#8230; ach ja&#8230;. *seufz*<br />
Wir machten uns dann frühzeitig vom Acker, um auf verzweifelte Nahrungssuche zu gehen, aber in diesem vermaledeiten Kaff gab es zwar Berge von Souveniers, aber nichts anständiges zu essen!!! (Und dabei hätte ich so gern Macadamianuss Packung 4 gehabt.. *schluchtz*)<br />
So mussten wir hungrig in den Bus krabbeln, wo einfach alle ins Erschöpfungskoma fielen, um ihren Hunger zu vergessen.<br />
Irgendwann wurden wir dann geweckt, um uns noch eine Brücke anzusehen, die ich bis gestern einfach für die andere Seite der Brücke vom Vortag hielt, aber Jan sagt, das war eine andere. Egal, sahen total gleich aus, aber die war über einem Gezeitenstrudel erreichten, und man konnte auf dem unteren Stockwerk der Brücke bis zur Mitte laufen und auf die brodelnde See herabschauen. Für Höhenphobiker der absolute Alptraum, aber ich fand es cool.<br />
So gegen 20:00 waren wir dann endlich wieder zuhause und ich konnte schlafen, um die nächsten 2 Tage gemütlich in Photoshop zu versacken und so habe ich aus den ca. 250 Fotos, die ich an den beiden Tagen gemacht hatte, 80 gute auszuwählen, die man mal wieder <a href="http://www.kram-hochladen.de/download.php?id=MTk4MzA=">HIER</a> runterladen kann&#8230; Die Tradition der Größenverdopplung meiner Präsentationen folgend, ist die jetzt 14 MB groß&#8230;. <img src='http://sasameyuki.blogg.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />
</p>
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		<title>Fotos!</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Nov 2006 00:31:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sasameyuki</dc:creator>
		
	<category>Uncategorized</category>
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Das Passwort ist: kyoto
Leider 3,5 MB groß&#8230;.

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe eine Fotopräsentation erstellt, die man <a title="hier" href="http://www.kram-hochladen.de/download.php?id=MTM5NTY=">hier</a> runterladen kann.<br />
Das Passwort ist: kyoto<br />
Leider 3,5 MB groß&#8230;.
</p>
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		<title>Japanisches Allerlei: Gebratener Milan in einer dicklichen Unterrichtssauce, garniert mit kulturellen Highlights, zum Glück ohne Kakerlaken</title>
		<link>http://sasameyuki.blogg.com/2006/11/02/japanisches-allerlei-gebratener-milan-in-einer-dicklichen-unterrichtssauce-garniert-mit-kulturellen-highlights-zum-gluck-ohne-kakerlaken/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Nov 2006 02:33:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sasameyuki</dc:creator>
		
	<category>Unileben</category>
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		<description><![CDATA[Das war mein Menü der letzten Wochen. Ja, Wochen, ist echt unglaublich wie hier die Zeit wegbröselt. Aber ich bin eben gut beschäftigt, allein die 24 Semesterwochenstunden fressen ja schon viel Zeit und daneben muss noch selbst eingekauft, gekocht, Läden gesucht und gefunden und natürlich exzessiv nach Hause telefoniert werden.
Der Unterricht teilt sich immer mehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das war mein Menü der letzten Wochen. Ja, Wochen, ist echt unglaublich wie hier die Zeit wegbröselt. Aber ich bin eben gut beschäftigt, allein die 24 Semesterwochenstunden fressen ja schon viel Zeit und daneben muss noch selbst eingekauft, gekocht, Läden gesucht und gefunden und natürlich exzessiv nach Hause telefoniert werden.</p>
<p>Der Unterricht teilt sich immer mehr in gut bis sehr gut und schlecht bis grausam. Während in <em>Development Economics</em> die Zeit nur so verfliegt und auch bei <em>Social Research Methods in Education</em> irgendwann die Dozentin rufen muss, dass die Stunde jetzt nun leider vorbei ist und die hitzigen Diskussionen doch bitte in der Freizeit fortgeführt werden sollen (was auch tatsächlich geschieht), gibt es auch Fächer wie Cities in the 21st Century, wo ungelogen (ich hab gezählt!) in der letzten Sitzung 25% der Anwesenden Studenten geschlafen haben. Und ich meine hier nicht das übliche &#8220;Ich starre mit leicht geöffnetem Mund völlig leer auf meinen Tisch&#8221; SchülerundStudentenschlafen, sondern wirklich das &#8220;Diese Vorlesung ist so übel, dass es mir kackegal ist, dass mein Dozent sieht, dass ich penne&#8221; MitKopfaufverschränktenArmenaufdemTischliegschlafen.</p>
<p>Joe und ich waren hingegen vorbildliche Studenten, wir haben immerhin Japanischhausaufgaben gemacht. Leider hat meine akkurate Vorbereitung des Japanischunterrichts dazu geführt, dass ich mich da jetzt noch mehr langweile als vorher. Aber da muss ich jetzt wohl durch, nachdem meine Frage, ob ich denn nicht diesen Kurs schmeißen, aber nächstes Semester an Intermediate 2 teilnehmen könnte, sehr freundlich aber doch bestimmt zurückgewiesen wurde. Warum weiß ich auch nicht. Ich persönlich finde ja, wer es geschafft hat, hier an der Uni angenommen zu werden und 10.000 km weit weg von seiner Familie zu überleben, sollte das Recht haben, selbst über seine Kurswahl zu entscheiden, aber da habe ich die japanische Bürokratie wohl unterschätzt.</p>
<p>Immerhin kann ich mich jetzt freuen, da im November mein Besuch an einer japanischen Grundschule ansteht und ich 2 Reports zu schreiben habe. Jetzt mag man sich fragen, was an der Aussicht auf 2 Reports erfreulich sein mag, aber ich bin halt komisch. ^^</p>
<p>Der erste Report ist für <em>Energy and Resources, </em>und soll sich um die Frage drehen, ob man mit Bioalkohol als Energiequelle die globale Erwärmung aufhalten kann. Um diese globalpolitische Frage zu &#8220;diskutieren&#8221;, habe ich volle 2-3 Seiten (bei 1,5 Zeilenabstand) Platz. Das bedeutet natürlich, dass hier keine akademische Betrachtung gewünscht wird, sondern einfach nur hemmungslose Meinungsäußerung, und, seien wir ehrlich, das war schon immer meine Stärke. <img src='http://sasameyuki.blogg.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /><br />
Der zweite Report ist für<em> Tectonics of the Earth</em>, und soll sich mit der<br />
<a title="Mohorovičić-Diskontinuität" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mohorovicic-Diskontinuit%C3%A4t"><strong>Mohorovičić-Diskontinuität</strong></a></p>
<p>und deren Berechnung beschäftigen. Da glaube ich niemand in dem Kurs verstanden hat, was uns der Dozent da erzählt hat,  bedeutet das eine Menge eigenes Grübeln und vor allem die Wiederauffrischung meiner mathematischen Kenntnisse, da man dazu irgendwie sinus und cosinus braucht. Und ja, ich find das toll. Wirklich!!</p>
<p>Weitere News gibt es aus meinem Wohnheim: Nachdem ich mich zweimal wegen dem allabendlich inexistenten Inet beschwert  oder bzw. meinem Hausvater einen rührenden &#8220;Ich kann nur abends mit meiner Familie &amp; meinen Freunden skypen und ich vermiss die doch so und deshalb brauch ich verdammt noch mal anständiges Internet!!!!&#8221; Vortrag gehalten habe, hat er für mich mehrfach bei der Inetfirma angerufen und da Terz gemacht. Jedenfalls waren die Schuldigen dann bald gefunden in Gestalt zweier abgrundtief böser Menschen, die hier illegales Filesharing betrieben, mir damit mein Trafficvolumen geklaut und somit verhindert haben, dass ich mit anständigem Klatsch aus der Heimat versorgt werde!! Aber nun hat man ihnen das Internet entzogen!! HARHARHAR! Gut, so ganz super läuft es immer noch nicht (Da ist wohl noch jemand&#8230;&#8230;.*sehr böse schau*), aber damit kann ich leben.</p>
<p>Des weiteren wurde ein Krieg gegen die Kakerlaken eröffnet, in Gestalt eines Fragebogens, wo und wann wir &#8220;harmfull or disgusting Insekts&#8221; gesichtet haben und Zimmerkontrollen zwecks  Drecksnesterauffindung. Die Kontrolle meines Stockwerkes war am Mittwoch, leider in meiner unibedingten Abwesenheit, sodass ich zittert zurückschlich, getrieben on der Angst, Schelte zu kassieren ob der 15 Bilder, die ich hier entgegen der Hausordnung an die Wände gepappt habe. Aber wer auf die Idee kommt, Wohnheimszimmer grau zu streichen, muss in meinen Augen mit Verschönerungsersuchen leben.</p>
<p>An meinem Zimmer gab&#8217;s aber nichts auszusetzen und jetzt weiß ich auch warum. Gestern Abend kam Linda kurz zum Quatschen vorbei und als ich ihr die Tür öffnete, sah ich, dass mein geheimnisvoller chinesischer Nachbar anscheinend auszuziehen gedachte.  Ich hatte den Typen bisher noch nie zu Gesicht bekommen und war dementsprechend neugierig, auch weil es in einem Wohnheim natürlich ungewöhnlich ist, wenn die Leute mitten im Semester ausziehen.</p>
<p>Also wollte ich mal kurz Hallo und Tschüss sagen und ihn anstarren um danach wilde Spekulationen anzustellen. Dazu habe ich jetzt auch reichlich Stoff, denn als ich kurz in sein Zimmer blicke (Tür war offen) konnte ich mich nur umdrehen, in mein Zimmer zurückzustürzen, meine Brille holen währenddessen auf eine optische Täuschung hoffen. Wurde aber enttäuscht. Blick mit Brille offenbarte mir den schier unglaublichen Dreck in seinem Flur (vor seiner Küche!) noch deutlicher. Wir haben hier alle den Standartlinoleum in hellgrau, wie er in Millionen on Schulen, Wohnheimen und ähnlichen Einrichtungen liegt. Der Boden dieses Typen aber ist braungelb. Der muss wirklich seine Abfälle auf den Boden geworfen und festgetreten haben!</p>
<p>Heute morgen hat er mich durch exzessives saugen (dass der 40 Minuten an einem 16 qm Zimmer saugen kann, sagt ja nun schon einiges) geweckt, dafür ist er nun weg! Denn halt ich heute aus der Uni kam, hing an seiner Tür das rote „in diesem Zimmer wurde der Strom abgeschaltet“ – Schild, was hier bedeutet, dass das Zimmer unbewohnt ist. Yeah!</p>
<p>Abends sprach ich dann noch kurz mit einem Franzosen, der im Zimmer neben dem Dreckspatzen wohnt und auch direkt den Staubsauger geliehen hatte, da er gestern nur knapp einen Umzug on Kakerlaken aus dem Dreckszimmer in seins verhindern konnte. Morgen kauf ich also Fallen.</p>
<p>Mittwoch hatte ich einen schönen Tag. Da ich erst um 13:00 Unterricht hatte, wollte ich mich auf die Suche nach einem Laden flussaufwärts machen, der angeblich viel ausländisches (und damit potenziell heimatliches) Essen führen sollte. Auf dem Weg dahin bin ich natürlich bei meiner geliebten Boulangerie reingesprungen, wo es on adretten Japanerinnen handgemachte Teilchen für wenig Geld gibt, die absolut köstlich sind.</p>
<p>Versorgt mit einem herrlichen Frühstückchen fuhr ich dann weiter zum Fluss, um daran oder vielmehr <em>darin</em>  zu essen. Der Fluss ist nämlich sehr liebevoll als Mini-Naherholungsgebiet konspiziert, mit rauschenden Weiden, aristokratischen weißen Kranichen und im glasklaren (aber nicht tiefen) Wasser sind große Steine in Form von Gesichtern oder Schildkröten eingelassen, sodass man durch den Fluss hüpfen oder sich eben in dessen Mitte niederlassen kann. Ich tat also erst das eine, dann das andere. Leider wurde ich überaus höflich von einem verschüchterten Feuerwehrmann dort weggebeten, der offenkundig bei der Frage „Wer muss gehen und mit der Ausländerin reden“ verloren hatte, und nun hoffte, ich würde mir aus „Sorry&#8230;.. Helikoptaa“ schon das richtige zusammenreimen. So tat ich und hüpfte fröhlich zurück ans Ufer, denn frühstücken mit Blick auf Fluss und Kraniche und Berge ist schon toll, frühstücken mit Blick auf   Fluss und Kraniche und Berge und Helicopterlandung aber noch um einiges besser. So saß ich da, hatte grade mein Schokobrötchen angebissen und starrte nun erwartungsvoll auf die Halbinsel gegenüber, wo der Heli erwartet wurde, als ich plötzlich einen Schlag gegen meine Hand fühlte. Die Hand war auch noch dran, das Schokobrötchen aber weg und als ich mich leicht irritiert nach dessen Verbleib umsah, entdeckte ich es entschwindend in den Klauen eines Raubvogels, der es mir im Sturzflug aus der Hand gestohlen hatte!</p>
<p>Das Lachen von Feuerwehrmann Nr. 2 und eines neben mir sitzenden Rentners bestätigte dann, das ich das nicht geträumt hatte. So eine Gelegenheit für Smalltalk kommt selten, und so fragte ich besagten Rentner, was das denn für ein Vogel gewesen sei. Die erhaltene Vokabel <em>tonbi</em> schlug ich natürlich gleich nach, und während mein Japanisch-Deutsches Wörterbuch nur „der Milan“ zu antworten wusste, präsentierte mir mein Japanisch-Englisches Wörterbuch den Satz „Von einem Milan das Aburage (<em>frittierter Tofu</em>) gestohlen bekommen“ als japanische Variante von „etwas unter der Nase weggeschnappt bekommen“. Trifft die Situation genau und offenbart Seelenverwandtschaft zwischen diesem <em>Tonbi</em> und mir, ich hät auch eher ein Schokobrötchen geklaut als frittiertes Tofu&#8230;
</p>
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		<title>Was ich hier tue</title>
		<link>http://sasameyuki.blogg.com/2006/10/22/was-ich-hier-tue/</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Oct 2006 00:22:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sasameyuki</dc:creator>
		
	<category>Uncategorized</category>
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		<description><![CDATA[Ich bin hier in einem Austauschprogramm der Universität von Kyoto (Kyoto University International Education Programm = KUINEP), indem sich ausschließlich ausländische Studierende befinden, die ihren Platz hier von ihrer Uni über ein Bewerbungsverfahren erhalten haben.
Das Programm ist zweigeteilt in englischsprachige Kurse zu allem möglichen (wirklich&#8230;) und Sprachkursen.
Die englischen Kurse (die ich gewählt habe, mindestens 6 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin hier in einem Austauschprogramm der Universität von Kyoto (Kyoto University International Education Programm = KUINEP), indem sich ausschließlich ausländische Studierende befinden, die ihren Platz hier von ihrer Uni über ein Bewerbungsverfahren erhalten haben.</p>
<p>Das Programm ist zweigeteilt in englischsprachige Kurse zu allem möglichen (wirklich&#8230;) und Sprachkursen.</p>
<p><strong>Die englischen Kurse</strong> (die ich gewählt habe, mindestens 6 sind Pflicht und mehr macht auch keiner ^^):</p>
<p><em>Development Economics:</em><br />
Das wird sicher extrem cool. Der Dozent verlangt viel, spricht aber sehr gut Englisch (und auch ziemlich gut Deutsch) und hat offenkundig viel zu bieten.</p>
<p><em>Energy and Resources:</em><br />
Der Dozent hätte sicher auch viel zu bieten, aber&#8230; na ja&#8230; irgendwie verstehe ich öfter nicht so recht, was er mir mitteilen will. Aber ich hab schon ein paar ganz interessante Sachen aufgeschnappt (Wie mache ich Bioalkohol aus wirklich allem mithilfe von superkritischem Wasser?) und deshalb warte ich da mal ab.</p>
<p><em>Cities in the 21st  Century:</em><br />
Dem noch recht jungen Dozenten fehlt es IMHO etwas an Selbstvertrauen, er spricht eigentlich recht gut Englisch, traut sich offenkundig aber nicht wirklich, es zu sprechen, weswegen er einfach seine PowerPoint Folien vorließt, was nicht wirklich spannend ist.</p>
<p><em>Social and Environmental Changes under Substinable Development in Monsoon Asia:</em> Manchmal auch supoptimal verständlich, dafür lerne ich hier sicher was über die Situation in verschiedenen Südostasiatischen Ländern und in was alles Palmöl enthalten ist&#8230; hoi.. Außerdem versucht der Dozent aufrichtig, Diskussionen zu entfachen, das wird also vielleicht auch noch ganz spannend:</p>
<p><em>Tectonics of the earth:</em><br />
Dieser Kurs wird von einem japanischen Teddy gegeben, der die ersten Stunden immer mit Folien begann, auf denen ein fröhliches Call me Toshi! stand, also nix mit vor seinem Sensei im Staub kriechen&#8230;.</p>
<p>Erzählen tut er leidenschaftlich von Naturkatastrophen und wo und warum wie viele Menschen ihr Leben verloren. Auch scheint er mit seinen Studenten ständig auf Expeditionen zu gehen, denn wir sahen „Toshi und seine Studies“ schon vor zerstörten Gebäuden verschiedenster Länder.</p>
<p>Es tut mir daher echt leid für ihn, dass das Interesse an seinem Kurs nicht wirklich umwerfend ist, aber den Kurs auf Freitagmorgen zu legen, scheint grade den japanischen Studenten arg zu missfallen..</p>
<p><em>Social Research Mathods in Education:</em><br />
Wie der Titel IMHO nicht wirklich erkennen lässt, verbirgt sich hinter diesem Kurs das Thema “Das Japanische Bildungs- und Erziehungssystem im internationalen Vergleich”, was ich extrem interessant finde. Drum habe ich mit Linda zusammen direkt die erste Präsentation eines Textes gemacht und behaupte, dass es ganz gut gelaufen ist. =)</p>
<p>Zudem spricht die Dozentin exzellentes Englisch, was natürlich sehr angenehm ist. Auch freue ich mich schon total auf die Abschlussarbeit, wo wir 1-2 Tage in japanischen Grundschulen zu Gast sind und dann darüber unseren Bericht schreiben.</p>
<p>Man sieht also, im Laufe der Woche bewege ich mich durch ein breites Spektrum, was eigentlich so ganz cool ist. In jedem Kurs muss man mindestens einen Report schreiben, normalerweise aber mehr. Für wen dass jetzt horrend klingt, dem sei gesagt, dass die meisten Reports nur 2-3 Seiten (double spaced!!) sein müssen, das absolute Maximum sind 4-8, was ich offen gesagt lächerlich finde. Wer glaubt, mit dem Schreiben von 4-8 seitigen Reports Akademiker auszubilden, hat meiner Meinung nach einen Schuss weg. Mir sind ja schon die 15 Seiten Hausarbeit meist eher zu wenig als zu viel&#8230;.</p>
<p>Und was man bitte auf 1-2 Seiten (ja, solche Kurse gibt’s auch&#8230;) groß diskutieren oder ausarbeiten soll, ist mir absolut schleierhaft. Aber gut, wenig Arbeit für mich, bin ja schließlich auch eigentlich nicht hier, um englische Reports zu schreiben.</p>
<p><strong>Die Japanischkurse:</strong></p>
<p>Ja&#8230;.. das ist im Moment so ein Thema&#8230; an unserem 2. Tag hatten wir direkt 2 Placementtests, der erste entschied, ob man Elementary oder höher ist, der zweite, in welchem höheren Level man ist. Wärend der Elementary Test ein witz war (Keine Kanji!!!), war der zweite Test extrem gesalzen.</p>
<p>Das hat dazu geführt, dass Intermediate I, wo ich momentan drin bin und wohl auch bleiben muss, sehr heterogen ist, von Leuten, die praktisch nicht lesen können, bis zu schon recht fortgeschrittenen Leuten. So sitze ich zB original vor den Aufgaben aus dem Buch, welches ich im 2. Semester benutzt habe, was schon etwas deprimierend ist. (Schon wieder Mary und Takeshi&#8230;.!!!)</p>
<p>Das Wechseln in eine höhere Stufe ist aber grundsätzlich <strong>ausgeschlossen</strong>. Wir haben in meinem Kurs mehrere Leute, die viel zu gut sind, aber nicht einmal Mark, der hier mit seiner japanischen Verlobten zusammenlebt und zwar sicher nicht auf hohem Niveau, aber doch super fließend spricht, durfte wechseln, obwohl er verzweifelt versuchte, darzulegen, dass sein schlechtes Abschneiden beim Placementtest nur am Jetlag lag.</p>
<p>Aber gut, 6 Stunden Unterricht die Woche müssen ja irgendwas bringen, ich will dann versuchen, möglichst viel selbst zu lernen. <strong>Seufz</strong></p>
<p>Allerdings muss ich sagen, dass <strong>die Betreuung</strong> hier wirklich exzellent ist. Das Team des Internationalen Zentrums (welches mitten auf dem Campus liegt und einen eigenen Hörsaal und einen wunderschönen Innenhof hat ) ist stets bemüht, uns zu helfen. (Es sei denn, man will in einen anderen Kurs&#8230;)</p>
<p>Aber schon am ersten Tag wurden wir mit dem Zung - Standart -„Sind Sie depressiv?“ – Test begrüsst, den wir dann zwar doch nicht abgeben mussten, aber wir sollten ihn bitte, bitte ausfüllen und wenn irgendwas sei, das Zentrum habe eine ganz liebe Psychologin und dann bitte melden!! Irgendwie scheinen die Japaner wahnsinnige Angst davor zu haben, ihr Land könne Ausländer in den Suizid treiben, denn jeder Ort, an dem sich potenziell Ausländer aufhalten könnten ist mit Postern („Do you have problems with living in Kyoto?“) des Internationalen Vereins von Kyoto gepflastert, die psychologische Beratungen (und kostenlosen Tee!) in 5 Sprachen anbieten. Das ist halt der Service in Japan!</p>
<p>Auch hat man uns einen langen Vortrag  über Sexuelle Belästigung gehalten und uns energischst darauf hingewiesen, dass dies in Japan „super-duper high illeagal“ sei, und man jede Form von sexueller Belästigung bitte sofort melden soll. Am sichersten sei es, vor sexuellen Kontakten immer die schriftliche Erlaubnis einzuholen. <img src='http://sasameyuki.blogg.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Ja&#8230; wir haben uns über all das zwar exzessiv lustig gemacht, ich muss aber sagen, dass ich das insgesamt schon gut finde. Ich fühle mich hier gut betreut und weiß, dass ich bei wirklich jeder Art on Problemen immer einen Ansprechpartner habe, was so weit weg von Zuhause doch beruhigend ist.</p>
<p>Die Uni an sich ist unglaublich schön, da sieht man die horrenden Studiengebühren echt mal.. Doch in der Stadt gelegen ist der Campus (mit klassischen Backsteingebäuden) von hohen, rauschenden Bäumen durchzogen gekrönt von dem Kyodai-Baum. Aber den liebe ich so sehr, der kriegt bei Zeiten einen eigenen Post. Auch gibt es einen Kleinen Teich, an dem man sitzen und sein Mittagsbrot mit riesigen Karpfen und Schildkröten teilen kann.</p>
<p>Auch die Mensen sind gut &amp; billig, auch gibt es in der Uni 2 Supermärkte und 1 Apotheke. Ich fürchte, meine gute alte Alma Mater wird mir bei meiner Rückkehr doch etwas ärmlich erscheinen. Zwar schlägt mir hier ständig tiefe Bewunderung für das Studiengebührfreie deutsche Hochschulsystem entgegen, welches ich zwar auch immer lobe und verteidige, aber im Hinterkopf hat man dann doch nagend immer die Erinnerung an  die abgeschabten Wände, die hoffnungslos überfüllten Veranstaltungen und bei der überraschten Frage einer Amerikanerin „Wie, ihr kriegt die nötigen Bücher nicht von der Uni, sondern müsst Euch die kaufen??“ konnte ich ja nur lachen, aber gut, die zahlt auch 45 000 Dollar pro Jahr&#8230;</p>
<p>Die Leute hier sind bunt gemischt, allerdings mit einer massiven Dominanz von Mitteleuropa. So haben wir allein 7 Deutsche, 4 Holländer, 3 Schweizer, 2 Belgier und 2 Franzosen. Deutsch und Französisch sind also neben Koreanisch die größten Sprachgruppen. Nordamerikaner haben wir auch einige, allerdings meine ich, mehr Kanadier als US-Amerikaner.</p>
<p>Von Afrika ist natürlich keiner vertreten und auch keiner aus Südamerika, dafür noch eine Australierin.  Alle sind sehr nett und offen, innerhalb des Jahres wird das bestimmt ne eng verschweißte Gruppe. <img src='http://sasameyuki.blogg.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p> </p>
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		<title>Mein Wohnheim</title>
		<link>http://sasameyuki.blogg.com/2006/10/15/mein-wohnheim/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Oct 2006 14:22:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sasameyuki</dc:creator>
		
	<category>Unileben</category>
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		<description><![CDATA[Das „Kyôto Institute of Technology International House“ bzw. kurz Marikouji Kaikan ist ein gelber, kantiger 70er Jahre Bau mitten in der Stadt, nur 5 Min von der Kyôdai entfernt.
Von unserem Programm sind nur noch 4 weitere Leute hier, Annette aus Deutschland, Linda aus Holland, Ingrid aus der Schweiz (&#8221;The French part! The beautiful part!!!&#8221;) und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das „Kyôto Institute of Technology International House“ bzw. kurz Marikouji Kaikan ist ein gelber, kantiger 70er Jahre Bau mitten in der Stadt, nur 5 Min von der Kyôdai entfernt.<br />
Von unserem Programm sind nur noch 4 weitere Leute hier, Annette aus Deutschland, Linda aus Holland, Ingrid aus der Schweiz (&#8221;The French part! The beautiful part!!!&#8221;) und Alice aus Korea. Die anderen 75 Bewohner (darunter auch Familien mit anbetungswert süßen Kindern) gehören zum KIT oder anderen Teilen der Kyôdai.</p>
<p>Bei meiner Ankunft musste ich dann erst mal Berge von Formularen ausfüllen und wurde dann darauf hingewiesen, dass es in Japan neuerdings eine geheimnisvolle Technik namens Recycling gibt, und man seinen Müll trennen muss!!!!!<br />
Allerdings trennen sie hier nur in Gelber Punkt und Rest, Papier und Bio gibt es (noch) nicht. (Müll in Japan ist allerdings einen eigenen Post wert, siehe später)<br />
Dann kam der spannende Moment der Zimmerbesichtigung und ich muss sagen, dass ich auch nach zwei Woche mit meinem Zimmer absolut rundum zufrieden bin.<br />
Ich wohne im 4. Stock und habe ein Eckzimmer mit 2 Fenster, wovon das große nach Osten rausgeht, sodass ich in der ersten Woche dank Jetlag mehrfach den Sonnenaufgang beobachten konnte. Da ich richtig klassisch auf Bäume, ein großes traditionell japanisches Dach und einen Berg schaue, ist das echt schön. Mein Zimmer ist mit ca. 16 qm plus Bad (gut, das Bad ist ein 1 qm großer Plastikkasten, aber es ist meins) recht groß und auch eine Küchenzeile mit Kühlschrank, Kochplatte und Spüle gibt es.<br />
Nur das Bett ist wieder betonartig und das Kissen, welches allen ernstes mit kleinen Plastikröllchen gefüllt ist, rechtfertigt es, dass ich mein eigenes mitgebracht habe. <img src='http://sasameyuki.blogg.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /><br />
Nachdem ich die erste Woche ständig üble Rückenschmerzen hatte, habe ich 15 Euro in eine dickere Matrazenauflage investiert, was mein Leben doch deutlich angenehmer gemacht hat.<br />
Das einzige, was an meinem Zimmer echt nervt, ist der Marsch-Orchesterclub der Kyôdai. Wie es sich für einen japanischen Unclub gehört, proben die hier ganz in der Nähe (draußen!) 3 Stunden pro Tag, 6 Tage die Woche. Die ersten Tage, die ich unfreiwillig miterlebte, spielten sie in der Endlosschleife „Popey, the sailorman“, was mich schon mit wenig Begeisterung erfüllt hat. Nun aber sind sie zu neuen Stücken übergegangen, die sie ja jetzt erst Wochenlang einstudieren müssen und schlecht aber dafür sehr laut gespielte Märsche sind echt keine Freude. Aber gut, ihre Probe findet von 17 – 20:00 statt, wenn ich dann mal wirklich lernen muss, gehe ich halt in die Bibliothek. Auch die Bewohner des schönen japanischen Hauses vor meinem Fenster feiern gerne oft und lang, was mich aber überraschender Weise wenig stört. Und irgendwas stört irgendwen immer, so meine ein thailändischer KUNIEP Student, er könne in seinem (in der Pampa gelegenen) Wohnheim nicht schlafen, er käme aus einer 4 Millionen Metropole in der Nähe von Bangkok und hier sei es ihm nachts einfach zu still. <img src='http://sasameyuki.blogg.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /><br />
Insgesamt habe ich aber deutlich eines der besten Zimmer abbekommen, da die Musikbeschallung wirklich der einzige Haken ist.<br />
Andere hatten oder haben da größere Brocken zu schlucken, denn die erste Woche war dominiert von den News aus Cokroach-Corner, denn ja, es gibt hier im Wohnheim ein „kleines“ Kakerlakenproblem. Annette bekam ein Zimmer im 1. Stock (also Erdgeschoss deutscher Zählung) zugewiesen und verbrachte die ersten drei Tage nur mit Jagen und Putzen. Ich war beim Jagen tlw. Assistent und ich muss sagen, mich hat der Anblick leibhaftiger Kakerlaken so derart geschockt, dass ich jetzt in meinem Zimmer ein Musterbeispiel an deutscher Reinlichkeit bin. Alle hier putzen sich blöd, um nur ja keine Kakerlaken und somit den unerbittlichen Hass ihrer Nachbarn anzuziehen.<br />
Annette durfte derweil umziehen und wohnt nun glücklich im dritten Stock. Eigentlich sollte das nur vorrübergehend sein, aber nachdem der Kammerjäger da war, wurde ihr mitgeteilt, ihr altes Zimmer hätte ein „construction problem“ und nun müssen alle Kakerlakensichtungen genau von der Hausleitung protokolliert werden und die nächsten Wochen finden Zimmerkontrollen statt, da in diesem Zusammenhang festgestellt wurde, dass Annettes Nachbar anscheinend 2 Jahre nicht geputzt hatte und somit Quelle des Übels war.<br />
Damit schien das Problem für uns bereinigt, aber inzwischen hat auch Linda Kakerlaken in ihrem Zimmer gesichtet, also ist definitiv auch der 2. Stock befallen. Auch im Waschraum wurde eine getötet und da dieser sich bereits im 3. befindet, krieg ich hier oben langsam Panik.<br />
Wobei all das nichts gegen Kathi (Österreich) ist, die im Obaku Wohnheim wohnt und in der ersten Woche sage und schreibe DREISSIG Kakerlaken killte. (Wobei man die Viecher nur vergiften, verbrennen, ertränken oder fangen darf, nie totbratschen, aus den Weibchen quellen sonst vielleicht lebensfähige Eier *würg*)<br />
Insgesamt versuche ich zwar, dem Befall möglichst vorzubeugen, indem ich ständig putze, nie Essenreste oder ungespültes Geschirr herumstehen lasse und auch den Müll nur hängend aufbewahre, aber langsam muss man sich natürlich der Erkenntnis stellen, dass Gokiburi (Kakerlaken) nun mal zum Leben in Japan in Maßen dazugehören und kein Zeichen von Unsauberkeit sind wie in Deutschland, wo Kakerlaken ja mehr eine Horrorvorstellung als alltägliche Realität sind.<br />
Zwar bemüht sich die Hausverwaltung jetzt, etwas gegen die Plage zu unternehmen, doch muss man jetzt nach näherer Betrachtung einfach sagen: Das Wohnheim an sich ist einfach nicht sauber. Zwar zahlen wir alle 2000 Yen pro Monat für die Putzfrau, die 2x Woche kommt und auch lieb und nett ist, aber eben nur mal über die Gänge wischt und gut ist. Trotzdem sammeln sich in den Treppenhäusern die Spinnweben und in den Ecken der Dreck.<br />
Auch war die Küche eine große Enttäuschung. Wir haben zwar eine Kitchenunit im Zimmer, aber manchmal möchte man ja doch etwas aufwändiger kochen, gern auch zu mehreren oder auch einfach mal was in der Microwelle aufwärmen.<br />
Aber diese Küche ist so schmutzig, dass ich da sicher nichts kochen werde. Alles klebt und man sieht dem Schmutz einfach an, dass er schon Jahre auf dem Buckel hat. Ich würde ja mal ein Wochenende opfern, um da mal eine Putzorgie zu schmeissen, aber diese Küche hat schon länger den Schritt von aufwändig zu aussichtslos vollzogen.<br />
Trotzallem muss ich sagen, dass ich mich hier wohlfühle. Gut, die Kakerlaken sind eine diffuse Grundangst und die Küche ignoriere ich jetzt einfach. Aber ich mag mein Zimmer. Ich habe in der ersten Woche sehr viel Aufwand betrieben, um es einzurichten, aber jetzt sind die Möbel am perfekten Platz, die Wände sind mit einer Ghibli - Animecollage, einer Japankarte und sehr vielen Kyoto-Postern bedeckt, der Schreibtisch steht voll mit Karten und Bildern der Freunde von daheim und ich hab mir sogar Pflanzen gekauft.<br />
Das alles führt dazu, dass ich, wenn ich nach einem langen, ereignissreichen Tag zurückkomme, einfach nur Tadaima! rufen könnte, der japanischen Floskel für:<br />
Ich bin zuhause. <img src='http://sasameyuki.blogg.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />
</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Von Frankfurt nach Dubai nach Kansai nach Osaka nach Kyoto</title>
		<link>http://sasameyuki.blogg.com/2006/10/15/jetzt-aber/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Oct 2006 03:21:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sasameyuki</dc:creator>
		
	<category>Uncategorized</category>
	<category>Unileben</category>
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		<description><![CDATA[Ja, ich war schlecht und habe nicht gebloggt, obwohl ich bei den Japan-gehern letztes Jahr immer genölt habe, wenn sie mir nichts neues boten.
Sumimasen! m(_ _)m
Hier erstmal ein alter Post über unsere anreise, begonnen am Flughafen von Dubai:
Wir sind in Dubai! Bisher ging alles geradezu erschreckend glatt. Das Einchecken in Frankfurt verlief ohne Probleme, bis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, ich war schlecht und habe nicht gebloggt, obwohl ich bei den Japan-gehern letztes Jahr immer genölt habe, wenn sie mir nichts neues boten.</p>
<p>Sumimasen! m(_ _)m</p>
<p>Hier erstmal ein alter Post über unsere anreise, begonnen am Flughafen von Dubai:</p>
<p>Wir sind in Dubai! Bisher ging alles geradezu erschreckend glatt. Das Einchecken in Frankfurt verlief ohne Probleme, bis darauf, dass Gudrun &amp; ich unsere Schuhe ausziehen mussten (hatten ja beide unsere Winterstiefel an)  und auch mein Blistex überaus misstrauisch beäugt wurde.</p>
<p>Auch Désirées Laptop wurde sogar in einem Extraraum gesondert untersucht, wobei durch geheimnisvolle Kräfte mittels eines Pinsels festegestellt werden sollte, oder der Laptop eine Bombe ist. Also liebe Terroristen, die Bomben immer gut putzen, sonst kommen sie Euch mit dem Pinselchen auf die Schliche!</p>
<p>Der Flug begann recht pünktlich und war selbst für mich, die ich sonst ja unter starker Flugangst/Reisekrankheit leide, recht angenehm. Zuerst habe ich mir noch mal „Die Unglaublichen“ angeschaut, dann kam das Essen. Leider saßen wir in der vorletzten Reihe, sodass das eigentlich sehr leckere Hünchen (Jan &amp; Désirée hatten noch eine Portion bekommen) schon aus war, als der Essenswagen endlich zu Gudrun &amp; mir kam, und wir mit irgendeinem Fisch Vorlieb nehmen mussten. Nun bin ich ja eigentlich so gar kein Fischfreund, aber der war zumindest außerordentlich zartschmelzend. Jaja, Schockrie wär mir lieber gewesen. <img src='http://sasameyuki.blogg.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Das gab’s zumindest, als Mouse au Chocolate, die auch echt lecker war. Als Vorspeise gab es noch geräucherte Forelle, das war nicht so mein Fall, aber das ist ja nicht Emirates Schuld. Die Crew hingegen versorgte und sehr nett zu Start und Landung mit heißen Handtüchern und Getränken soviel man wollte. Nach dem Essen fand ich keinen Film mehr, den ich echt gucken wollte und war auch einfach ziemlich müde. Also zappte ich zwischen Anne of Green Gables auf Arabisch, „The Sentinel“ und „Thank you for Smoking“ hin und her, schwenke dann zusammen mit den Anderen aber auf die reiche Auswahl an Spielen um und wurde direkt abhängig von einem total simplen aber super faszinierenden Puzzlespiel. ^^</p>
<p>Leider saßen wir nicht am Fenster, sondern in der Mittelreihe, dafür aber alle 4 nebeneinander. Kurz vor der Landung entdeckte Jan allerdings, dass, wenn man sein Gesicht volle Kanne gegen das winzige Fenster neben den Toiletten drückt, man Dubai und Umgebung bei Nacht sehen kann, was echt hammer genial war.</p>
<p>Es waren wirklich absolut grell erleuchtete Inseln in der Wüste, mit Straßen, die den berühmten niederländischen Autobahnen in nichts nachstanden.</p>
<p>Der Flughafen an sich ist auch sehr schön golden-arabisch-kitschig.</p>
<p>Nach einem recht kurz empfundenen Aufenthalt ging es dann weiter, wieder ins Flugzeug. Irritierender Weise war das Flugzeug von Dubai nach Ôsaka kleiner, als das bisherige. Und wieder saßen wir in der vorletzten Reihe, bzw. wir Mädchen in einer Dreierreihe in der Mitte, Jan schräg hinter mir.</p>
<p>Hier hatte man dann aber das volle Emirates Entertainmentprogramm. Man konnte also aus einer schier unendlichen Reihe von Filmen, Serien, CDs und Spielen wählen. Ich habe mich zunächst für „Findet Nemo“ entschieden, und später noch ein paar Dinge angefangen. Nur angefangen, denn eigentlich wollte ich ja schlafen. Nur stellte sich dieser zutiefst ersehnte Schlaf in wirklich keiner Position ein, was die folgenden 9,5 h wirklich qualvoll machte. Die Zeit schlich nur so dahin und als fast einzige Nichtschlafende in einem Flugzeug voll selig schlummernder Menschen zu sein ist echt deprimierend. Die Anderen kämpften auch, ich behaupte trotzdem, am wenigsten geschlafen zu haben.</p>
<p>Nachdem wir gefühlte 3 Tage über China geflogen waren, näherten wir uns endlich Korea und damit Japan.</p>
<p>Irgendwann waren wir dann endlich unten und wurden offiziell Immigranten. Nachdem auch das erledigt war, kam der gefürchtete Moment der Kofferausgabe, aber innerhalb von nur 5 Minuten hatten wir alle unsere Sachen und gut war.</p>
<p>Jan wurde dann vorgeschickt um Tickets zu kaufen und schon saßen wir im Zug Richtung Ôsaka.</p>
<p>Unsere Station war eins nach „Himmel unten Teeladen“, das konnte man sich also echt gut merken. ^^</p>
<p>Der große „Oh mein Gott, wir sind in Japan!!!“ Schock stellte sich irgendwie nicht ein (irgendwie warte ich da immer noch drauf), obwohl wir da schon immer die einzigen anwesenden Ausländer (<em>Gaijin</em>) waren.</p>
<p>An der Station, wo unser Hostel sein sollte, haben wir uns irgendwie ziemlich verlaufen, was zu einem kurzen Abstecher in die Bahnhofsslums führte, aber dann kam ein netter älterer Japaner und hat uns gerettet. Er konnte anscheinend die westliche Schrift (<em>Romaji</em>) nicht lesen, aber nachdem Désirée ihm den Wegbeschreibungs-Plan zu unserem Hostel vorgelesen hatte, führte er uns in einem Tempo, dass für einen ca. 70 jährigen erschreckend und für uns, die wir 48h Reise hinter und jeweils über 30 kg Gepäck auf uns hatten, fast zu viel war, zu unserem Hostel.</p>
<p>Dies war jetzt wirklich nicht umwerfend schön, aber billig und schon richtig japanisch. Es gab nämlich tolle freie Bademäntel, Hauspantoffel und Badezimmerpantoffel.</p>
<p>Auf der Suche nach Nahrung gingen wir dann in einen <em>Undonya </em>einen Laden für japanische dicke Nudeln. Das deutsche Gesundheitsamt hätte da sicher einen Nervenzusammenbruch bekommen, aber es war echt super lecker und die japanische Mama, der dieser Laden gehörte, war super lieb und hat uns noch allerlei probieren lassen. So gab sie uns ein Stück goldgelbes irgendwas in die Hand, was ich für eine Frucht hielt, sich aber beim Draufbeißen als eingelegter Rettich entpuppte.</p>
<p>Wir sind dann noch etwas durch das Viertel gelaufen, allerdings war dieser Teil von Ôsaka anscheinend sehr arm, da es sehr viele Obdachlose gab und einige Straßen auch etwas vermüllt waren. Bahnhofsviertel halt.</p>
<p>Nach der Nacht auf einer betonartigen Matratze machten wir uns dann auf in Richtung Kyôto, was ebenfalls völlig problemlos war.</p>
<p>Nachdem wir aus Ôsaka raus waren, fuhren wir lange durch bambusbewachsene Hügel und Berge und ich stellte mal wieder fest, dass mir das etwas ländlichere Japan viel besser gefällt als die Städte. Allerdings war da der Teil von Ôsaka auch sicher kein Highlight.</p>
<p>Im Bahnhof von Kyôto hieß es dann erst mal Abschiednehmen, da Gudrun weiter nach Shizuoka fuhr, Jan nach Uji und Désirée und ich ebenfalls zu unseren Wohnheimen. Ich war dann zu fertig, um mich einer Busfahrt zu stellen und hab mir ein schwarzes, mit Spitzendeckchen ausgelegtes Taxi gegönnt, dass auch gar nicht mal sooo teuer war, aber mich direkt vor meiner neuen Haustür absetzte.
</p>
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		<title>Auf Auf&#8230;&#8230;&#8230;.!</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Sep 2006 07:57:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sasameyuki</dc:creator>
		
	<category>Uncategorized</category>
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		<description><![CDATA[Ich wollte hier ja eigentlich noch was ganz langes und ganz tolles schreiben, aber die letzten Tage waren doch arg stressig und heute geht es ja schon los. Genauergesagt in einer halben Stunde. Darum nur kurz:
Ich danke von ganzem Herzen all den lieben, wunderbaren Menschen, die auf meiner Abschiedsparty waren (30 Leute und nix ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wollte hier ja eigentlich noch was ganz langes und ganz tolles schreiben, aber die letzten Tage waren doch arg stressig und heute geht es ja schon los. Genauergesagt in einer halben Stunde. Darum nur kurz:</p>
<p>Ich danke von ganzem Herzen all den lieben, wunderbaren Menschen, die auf meiner Abschiedsparty waren (30 Leute und nix ist kaputt gegangen!), die sich noch extra von mir verabschiedet und mir absolut süße und liebe Geschenke gemacht haben. Ich werde Euch alle wahnsinnig vermissen und hoffe, dass wir uns ganz bald wiedersehen.</p>
<p>Der Koffer ist schon fertig und jetzt beten wir mal alle, dass die gleich in Frankfurt, obwohl sowohl Handgepäck als auch Koffer zu schwer sind, keine Zicken machen und mich einfach fliegen lassen.</p>
<p>Ich versuche, mich möglichst bald zu melden, bisdahin seid alle heftigst gegruschelt,</p>
<p>hab Euch lieb,</p>
<p>Corinna
</p>
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		<title>Noch 7 Tage&#8230;</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Sep 2006 15:28:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sasameyuki</dc:creator>
		
	<category>Einleitung</category>
	<category>Organisation</category>
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		<description><![CDATA[So. Eigentlich wollte ich diesen Post ja erst schreiben, wenn ich auch den Punkt &#8220;Skype Pro beantragen&#8221; erledigt hätte, aber nach ewigen Schritten weigert sich die Seite einfach weiterzumachen, und das kleine Ladesymbol in meinem Tab dreht und dreht und dreht sich, bis ich es roh gestoppt habe, damit es nicht kotzt.
Jedenfalls war ich artig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So. Eigentlich wollte ich diesen Post ja erst schreiben, wenn ich auch den Punkt &#8220;Skype Pro beantragen&#8221; erledigt hätte, aber nach ewigen Schritten weigert sich die Seite einfach weiterzumachen, und das kleine Ladesymbol in meinem Tab dreht und dreht und dreht sich, bis ich es roh gestoppt habe, damit es nicht kotzt.</p>
<p>Jedenfalls war ich artig &amp; gestresst die letzten Tage, da ich doch fast alles durch habe, was ich noch tun musste. D.h. ich war eine Brille kaufen und habe mich Dank Graves tatkräftiger Unterstützung gegen die Modelle gewehrt, die der Fielmannmensch mir andrehen wollte, da er ganz offensichtlich ein Vertreter des neuen &#8220;Ich trage ein viertel Pfund Glasbaustein in schrecklichen Farben in meinem Gesicht&#8221; Trends war, was unserer Philosophie &#8220;Ich bin ein eitles Mädchen, dass es hasst, eine blöde Brille zu tragen und drum eine ganz doll unauffällige will&#8221; natürlich konträr entgegenstand.</p>
<p>Dann war ich noch bei der Citibank. Ja. Irgendwie wusste wohl jeder, dass das ein Verein von aggressiven Marktschreiern in Nadelstreifen ist, nur leider hat mir das niemand gesagt, BEVOR ich da war. Ich hingegen brauche dieses Konto unbedingt, weil die eine Filiale in Kyôto haben und meine Eltern so Auslandsüberweisungsgebühren sparen.</p>
<p>Also bin ich da schön hingetrabt, ganz stolz in meinem neuen &#8220;Sasa tut so, als wäre sie konservativ &amp; seriös&#8221; Nadelstreifenüberknielangrock, und hatte sogar einen Termin bei der Bank, ich ganz alleine! Ja&#8230; hätte ich doch meine Mama mitgenommen -.-.</p>
<p>So war ich doch verunsichert, als der Citibankmensch, der zudem viel bessere Wimpertusche zu benutzen schien als ich, voll des (gespielten? Haben die das als Fach während der Ausbildung?) Entsetzens quasi zusammenbrach, als ich auf die Fragen &#8220;Haben Sie ein Sparkonto / eine Rentenversicherung / eine Berufunfähigkeitsversicherung????&#8221; jedes Mal nur mit einem unsicheren &#8220;Ähm&#8230;.. nee, ich hab eher&#8230;&#8230;&#8230; Eltern&#8230;..&#8221; antworten konnte.</p>
<p>Und nachdem ich ihm dann lang und breit erläutert hätte, dass das wenige Geld, dass ich im Monat zur Verfügung hätte, in wirklich akut existenzielle Dinge investiert werden müsste (Übersetzung sasa -&gt; Deutsch: Schokolade &amp; Kino) und ich deshalb leider kein Geld für längerfristige Planung hätte, obwohl ich ja schon in vielen Fachmagazinen (Übersetzung 2:Freundin &amp; Brigitte) gelesen hätte, wie wichtig rechtzeitige Planung sei, hat er mir trotzdem direkt was zum Unterschreiben vorgelegt, was mich 50 Euro im Monat gekostet hätte! Das nennt man dann wohl Individuelle Abzocke. Jedenfalls habe ich mich dann mit Händen und Füßen gewehrt, da ich erst Mal in Ruhe darüber nachdenken wollte (zu meinem Papa heim rennen und fragen, ob das stimmt, was der böse Mann da gesagt hat) und bin dann irgendwie noch entkommen. Erstaunlicher Weise hat mir die Citibank, trotz meinen Erläuterungen, dass ich a) chronisch pleite bin und b) mich demnächst nach Fernost absetze, einen Dispo von 1000 Euro gegeben, was ich gar nicht wollte, weil ich grade noch genug Selbsterkenntnis besitze, um zu wissen, dass man mir möglichst wenig Gelegenheiten geben sollte, mir selbst zu schaden.</p>
<p>Immerhin hatten sie ewig viele Yen auf Lager, sodass ich ein paar Tage später stolz 80 000 Yen (ca 550 Euro) in Empfang nehmen konnte, um einen kurzen, panischen Moment zu erleben, indem ich dachte, dass die Scheine einfach zu groß für mein Portemonaie (meine Schwester merkt hiermit öffentlich an, dass laut ihrer Meinung als studierte Germanistin Portmonee aus fachlicher Perspektive einfach  scheisse und barbarisch aussieht!) sind. Ich hoffe, es gibt keine 100 000 Yen Scheine, wobei, mehr als 50er krieg ich in .de auch nie zu sehen, dazu bin ich irgendwie zu arm.</p>
<p>Donnerstag war ich dann zum allerletzten Mal beim Zahnarzt, und weiß gar nicht, wie ich das Japan-Jahr ohne meinen wöchentlichen Zahnarzttermin, der mir diese Ferien ja zur Gewohnheit wurde, durchstehen soll&#8230; <img src='http://sasameyuki.blogg.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  Danach fuhr ich dann mit Grave nach Düsseldorf, um endlich unsere Visa abzuholen. Zum Glück kennen wir das Konsulat ja von diversen Trips und brachen so auch nicht vor Schock zusammen, als wir nach dem Vorgeschriebenen Anmelden durch Klingeln mit einem Schwall Japanisch begrüßt wurden, wir wissen ja ganz genau, dass die <em>eigentlich</em> auch perfekt Deutsch können.</p>
<p>Nach der Klärung der obligatorischen &#8220;Wer sieht auf seinem Visums Foto beschissener aus?&#8221; Frage sassen wir noch gemütlich auf den Stufen des Konsulates in der Sonne (das erste Mal in Düsseldorf bei schönem Wetter!), bis uns ein Wachposten verscheuchte.</p>
<p>Dann bummelten wir noch ein bisschen, aßen in dem <a title="Bento" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bento">Bento</a> Laden, wo wir immer essen und fuhren dann zum Flughafen Düsseldorf, um Christian abzuholen, der nun als Letzter der 2006/07 Bonner in Japan Generation heimkehrte.</p>
<p>Während wir warteten (ja.. wir haben gaaanz alleine herausgefunden, wo der wohl ankommt <img src='http://sasameyuki.blogg.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  ) beobachteten wir zwei Japaner, die eine andere Gruppe Japaner abholten, wobei der eine Abholjapaner tatsächlich zuerst den gepäckschiebenden Assistenten begrüßte, worauf der eigentliche Bossjapaner anfing zu bellen und der Abholjapaner seine Rückenmuskulatur durch exzessives Verbeugen stärkte.</p>
<p>Insgesamt ist es echt lustig, auf Flughäfen rumzuhängen und Leute zu beobachten, zumal wir ja relativ stressfrei warten. So haben wir uns auch zum ersten Mal den Memorial Room des Düsseldorfer Flughafens angesehen, der den Opfern der <a title="Brandkatastrophe" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Flughafen_D%C3%BCsseldorf_International">Brandkatastrophe</a> von 1996 gewidmet ist. Aus mir unverständlichen Gründen versuchen sich in dem ausgelegten Gästebuch (neben sehr schönen Kommentaren) Christen und Moslems in der Frage, wer denn nun den mächtigeren Gott hat zu übertrumpfen, obwohl diese ganze Sache nun schlicht eine Mischung aus Unfall und menschlichem Versagen war und mit Religion nun gar nichts zu tun hatte.</p>
<p>Christian hat sich jedenfalls über unser kleines Überraschungsempfangskommando gefreut und uns gleich mit Yen Münzen en mass belohnt, damit wir was zum in Automaten schmeissen haben, wenn wir ankommen. Nur sein Koffer hat mich erschreckt, der war so klein&#8230;.. aber Jungs brauchen einfach nicht so viel, hab ich mir dann eingeredet&#8230;</p>
<p>Freitag hab ich dann das Projekt &#8220;Offizielles Probepacken&#8221; gestartet. Nachdem ich hemmungslos alles in meinen gigantischen neuen Trolley bzw. in den Umzugskarton, den ich mir noch selbst schicke, gestopft hatte, zeigte mir die Waage (immer sagen Waagen einem böse Dinge..), dass der Koffer schon 20 kg wiegt.. und es sind noch gar keine Medikamente und nur die Hälfte meiner Oberteile drin&#8230; *seufz*</p>
<p>Immerhin wiegt der Karton bisher erst 6 kg und ich bin entschlossen, auch da die 20 kg auszureizen.. dh vllt kann ich noch ein paar Lieblingsbücher mitnehmen&#8230;</p>
<p>Dienstag feiere ich nun nach langem Wirren endlich meine Abschiedsparty und tatsächlich scheinen da endlich alle zu können! *freu*</p>
<p>Bericht folgt!</p>
<p>Aktueller Panikindex: 7/10
</p>
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