Von Frankfurt nach Dubai nach Kansai nach Osaka nach Kyoto
Ja, ich war schlecht und habe nicht gebloggt, obwohl ich bei den Japan-gehern letztes Jahr immer genölt habe, wenn sie mir nichts neues boten.
Sumimasen! m(_ _)m
Hier erstmal ein alter Post über unsere anreise, begonnen am Flughafen von Dubai:
Wir sind in Dubai! Bisher ging alles geradezu erschreckend glatt. Das Einchecken in Frankfurt verlief ohne Probleme, bis darauf, dass Gudrun & ich unsere Schuhe ausziehen mussten (hatten ja beide unsere Winterstiefel an) und auch mein Blistex überaus misstrauisch beäugt wurde.
Auch Désirées Laptop wurde sogar in einem Extraraum gesondert untersucht, wobei durch geheimnisvolle Kräfte mittels eines Pinsels festegestellt werden sollte, oder der Laptop eine Bombe ist. Also liebe Terroristen, die Bomben immer gut putzen, sonst kommen sie Euch mit dem Pinselchen auf die Schliche!
Der Flug begann recht pünktlich und war selbst für mich, die ich sonst ja unter starker Flugangst/Reisekrankheit leide, recht angenehm. Zuerst habe ich mir noch mal „Die Unglaublichen“ angeschaut, dann kam das Essen. Leider saßen wir in der vorletzten Reihe, sodass das eigentlich sehr leckere Hünchen (Jan & Désirée hatten noch eine Portion bekommen) schon aus war, als der Essenswagen endlich zu Gudrun & mir kam, und wir mit irgendeinem Fisch Vorlieb nehmen mussten. Nun bin ich ja eigentlich so gar kein Fischfreund, aber der war zumindest außerordentlich zartschmelzend. Jaja, Schockrie wär mir lieber gewesen.
Das gab’s zumindest, als Mouse au Chocolate, die auch echt lecker war. Als Vorspeise gab es noch geräucherte Forelle, das war nicht so mein Fall, aber das ist ja nicht Emirates Schuld. Die Crew hingegen versorgte und sehr nett zu Start und Landung mit heißen Handtüchern und Getränken soviel man wollte. Nach dem Essen fand ich keinen Film mehr, den ich echt gucken wollte und war auch einfach ziemlich müde. Also zappte ich zwischen Anne of Green Gables auf Arabisch, „The Sentinel“ und „Thank you for Smoking“ hin und her, schwenke dann zusammen mit den Anderen aber auf die reiche Auswahl an Spielen um und wurde direkt abhängig von einem total simplen aber super faszinierenden Puzzlespiel. ^^
Leider saßen wir nicht am Fenster, sondern in der Mittelreihe, dafür aber alle 4 nebeneinander. Kurz vor der Landung entdeckte Jan allerdings, dass, wenn man sein Gesicht volle Kanne gegen das winzige Fenster neben den Toiletten drückt, man Dubai und Umgebung bei Nacht sehen kann, was echt hammer genial war.
Es waren wirklich absolut grell erleuchtete Inseln in der Wüste, mit Straßen, die den berühmten niederländischen Autobahnen in nichts nachstanden.
Der Flughafen an sich ist auch sehr schön golden-arabisch-kitschig.
Nach einem recht kurz empfundenen Aufenthalt ging es dann weiter, wieder ins Flugzeug. Irritierender Weise war das Flugzeug von Dubai nach Ôsaka kleiner, als das bisherige. Und wieder saßen wir in der vorletzten Reihe, bzw. wir Mädchen in einer Dreierreihe in der Mitte, Jan schräg hinter mir.
Hier hatte man dann aber das volle Emirates Entertainmentprogramm. Man konnte also aus einer schier unendlichen Reihe von Filmen, Serien, CDs und Spielen wählen. Ich habe mich zunächst für „Findet Nemo“ entschieden, und später noch ein paar Dinge angefangen. Nur angefangen, denn eigentlich wollte ich ja schlafen. Nur stellte sich dieser zutiefst ersehnte Schlaf in wirklich keiner Position ein, was die folgenden 9,5 h wirklich qualvoll machte. Die Zeit schlich nur so dahin und als fast einzige Nichtschlafende in einem Flugzeug voll selig schlummernder Menschen zu sein ist echt deprimierend. Die Anderen kämpften auch, ich behaupte trotzdem, am wenigsten geschlafen zu haben.
Nachdem wir gefühlte 3 Tage über China geflogen waren, näherten wir uns endlich Korea und damit Japan.
Irgendwann waren wir dann endlich unten und wurden offiziell Immigranten. Nachdem auch das erledigt war, kam der gefürchtete Moment der Kofferausgabe, aber innerhalb von nur 5 Minuten hatten wir alle unsere Sachen und gut war.
Jan wurde dann vorgeschickt um Tickets zu kaufen und schon saßen wir im Zug Richtung Ôsaka.
Unsere Station war eins nach „Himmel unten Teeladen“, das konnte man sich also echt gut merken. ^^
Der große „Oh mein Gott, wir sind in Japan!!!“ Schock stellte sich irgendwie nicht ein (irgendwie warte ich da immer noch drauf), obwohl wir da schon immer die einzigen anwesenden Ausländer (Gaijin) waren.
An der Station, wo unser Hostel sein sollte, haben wir uns irgendwie ziemlich verlaufen, was zu einem kurzen Abstecher in die Bahnhofsslums führte, aber dann kam ein netter älterer Japaner und hat uns gerettet. Er konnte anscheinend die westliche Schrift (Romaji) nicht lesen, aber nachdem Désirée ihm den Wegbeschreibungs-Plan zu unserem Hostel vorgelesen hatte, führte er uns in einem Tempo, dass für einen ca. 70 jährigen erschreckend und für uns, die wir 48h Reise hinter und jeweils über 30 kg Gepäck auf uns hatten, fast zu viel war, zu unserem Hostel.
Dies war jetzt wirklich nicht umwerfend schön, aber billig und schon richtig japanisch. Es gab nämlich tolle freie Bademäntel, Hauspantoffel und Badezimmerpantoffel.
Auf der Suche nach Nahrung gingen wir dann in einen Undonya einen Laden für japanische dicke Nudeln. Das deutsche Gesundheitsamt hätte da sicher einen Nervenzusammenbruch bekommen, aber es war echt super lecker und die japanische Mama, der dieser Laden gehörte, war super lieb und hat uns noch allerlei probieren lassen. So gab sie uns ein Stück goldgelbes irgendwas in die Hand, was ich für eine Frucht hielt, sich aber beim Draufbeißen als eingelegter Rettich entpuppte.
Wir sind dann noch etwas durch das Viertel gelaufen, allerdings war dieser Teil von Ôsaka anscheinend sehr arm, da es sehr viele Obdachlose gab und einige Straßen auch etwas vermüllt waren. Bahnhofsviertel halt.
Nach der Nacht auf einer betonartigen Matratze machten wir uns dann auf in Richtung Kyôto, was ebenfalls völlig problemlos war.
Nachdem wir aus Ôsaka raus waren, fuhren wir lange durch bambusbewachsene Hügel und Berge und ich stellte mal wieder fest, dass mir das etwas ländlichere Japan viel besser gefällt als die Städte. Allerdings war da der Teil von Ôsaka auch sicher kein Highlight.
Im Bahnhof von Kyôto hieß es dann erst mal Abschiednehmen, da Gudrun weiter nach Shizuoka fuhr, Jan nach Uji und Désirée und ich ebenfalls zu unseren Wohnheimen. Ich war dann zu fertig, um mich einer Busfahrt zu stellen und hab mir ein schwarzes, mit Spitzendeckchen ausgelegtes Taxi gegönnt, dass auch gar nicht mal sooo teuer war, aber mich direkt vor meiner neuen Haustür absetzte.
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October 15th, 2006 @ 12:12 pm
Na wenn das mal kein ausführlicher Bericht ist! Hut ab!
Das Hilfe-ich-bin-Japan-Erlebnis hat sich bestimmt nicht so richtig eingestellt, da du noch in der gaijin-Gruppe verkehrt hast. Bin mir aber sicher, dass sich das irgendwann noch ändert! Also, viel Spaß noch beim Entdecken, Lernen, Reisen, Essen usw. ^^